Hier seht ihr ein paar Gedichte aus meiner Feder. Ab und zu werde ich noch welche dazu tun. Alle wären zu viele (193 mittlerweile...)

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Nachtigall

Schwinge dich hinauf, meine kleine Nachtigall
Ich weiß, den Käfig magst du nicht
Wie schwarz war dort das Licht

Hörst du nun des Schweigens Klänge
Die Trompeten und Posaunen
Der Stille wilde Launen

Spürst du des Mondes wohlige Wärm’?
Verfaulte Schönheit soll sein dein Lohn
Schmeckst du der Sterne Zauberton?

Ich weiß, Augen hast du nicht
Ohren, Zunge und Nase und kein Herz
Drum wirst du vergehen, ewig leiden Schmerz

Doch, kleine Nachtigall, dein magischer Gesang
Wird ewig schön, doch ungehört sein
Flieg’ hinfort, denn du bist frei


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Einbildung

Bedecke mich mit Sternenstaub
Wärme mich mit Feensand
Lächle und bin des Schlechten taub
Liege auf grüner Wiese Land

Hier ist mein Traum
Alles ist so wunderschön
Spiele mit grünem Schaum
Lasse mich vom Wind erhöh’n

Hier gibt es weder Kummer noch Sorge
Alles ist fein und gut
Niemand, dem ich mein Lächeln borge
Ich bin stark, zieh’ ab den Hut

Ich träume
Das ist meine Welt
Da draußen ist nichts, was ich versäume
Hier, eine rosa Sonne alles erhellt

Bedecke mich mit Sternenstaub
Wärme mich mit Feensand
Bin ganz und gar taub
Bemerke nicht des Todes Gewand


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Sterne

Dunkle, tiefe Nacht
Bewundere der Sterne Macht
Glitzern und funkeln
Dort oben im Dunkeln

Und ich zähle die Sterne
Die leuchten in der Ferne
So hell, so klar
Sehe auf – wunderbar

Auf dieser Welt es nichts mehr zu sehen gibt
Hier ist nichts, was mich liebt
Wie die Sterne weit oben
Die lustig toben

Und ich zähle die Sterne
Die leuchten in der Ferne
So hell, so klar
Sehe auf – wunderbar

Blicke auf zum Firmament
Aus dieser Wüste von Beton und Zement
Die Sterne und der Mond
Sie zu sehen es sich nur lohnt

Und ich zähle die Sterne
Die leuchten in der ferne
So hell, so klar
Sehe auf – wunderbar

Und ich zähle die Sterne
Die leuchten in der Ferne


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Alle fort – alle tot

Dort sehe ich, was übrig ist
Schwarze Ruinen, so grotesk
Sie ragen aus der Erde
Auf dass hier niemals wieder etwas werde

Diese Behausungen der Geister
Verlorene Seelen ohne Meister
Verlassen und verdammt
Wo sich kurz vorher noch ein Menschlein wand

Alles ist nun vorbei
Diese sinnlose Kriegerei
Das Leben dieser schrecklichen Wesen
Die Menschheit – das war’s gewesen

Ihr seit vernichtet
Habt doch über euch selbst gerichtet
So dumm und ignorant
So naiv und arrogant

Ausgelöscht für immer
Muss einen von euch sehen nimmer
Tot alle und ausgestorben
Die Naturgestirne toben

Ich lache, bin die Letzte und lach’
Mein Lachen ist der einzige Krach
Nun war’s das
Voll ist es, das Maß

Ich freu mich auf das Sterben
Aus ist’s mit dem Leben
Alle Menschen fort
Alle Menschen tot


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Was ich will

Ich will stehen
Und doch gehen

Ich will brüllen
Und doch diesen Raum mit Stille füllen

Ich will fliegen
Und doch auf dem Boden liegen

Ich will weinen
Und doch keine Träne abseilen

Ich will hauen, treten, schlagen
Und doch lieber etwas nettes sagen

Ich will niemanden bei mir haben
Und doch mich an Geborgenheit laben

Ich will trinken, dieser Welt entfliehen
Und doch geschlagen knien

Ich will sehen mit blinden Augen
Und doch mir klare Sicht erlauben

Was ich will, das will ich wissen
Und doch, diese ewige Frage missen

Ich will gehen
Und doch stehen